Küchenutensilien

Die Stur Gusseisenpfanne im Praxistest am Herd

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Die STUR Gusseisenpfanne hat sich in kurzer Zeit einen Ruf erarbeitet, der weit über das übliche Küchenwerkzeug-Rauschen hinausgeht. Wer nach einem ehrlichen Praxistest sucht, findet hier keine Hochglanzwerbung — sondern die Erfahrungen aus dem echten Kochbetrieb: Steak, Röstgemüse, Patina und die Frage, ob das Konzept der abgedrehten Oberfläche wirklich hält, was es verspricht.

STUR Gusseisenpfanne Test: Der erste Eindruck und die Besonderheit der Oberfläche

Wer eine herkömmliche Gusseisenpfanne kennt, ist den ersten Moment nach dem Auspacken einer STUR fast irritiert. Die Kochfläche fühlt sich an wie eine gut eingelaufene Vintage-Pfanne aus dem Antiquariat — glatt, fast seidig, ohne die körnige Rauhigkeit, die man von Lodge oder Le Creuset gewohnt ist. Das ist kein Zufall und kein Marketingversprechen, sondern ein bewusster Fertigungsschritt: Die Oberfläche wird nach dem Guss präzise abgedreht, ähnlich wie eine Metallwerkstatt eine Drehbank einsetzt.

Dieser Unterschied macht sich beim ersten Anfassen sofort bemerkbar. Die übliche Gusseisenpfanne hat eine sandgestrahlte oder roh gegossene Innenfläche mit einer deutlichen Porenstruktur. STUR entfernt diese Schicht mechanisch — das Ergebnis ist ein Oberflächenprofil, das sich der polierten Oberfläche einer alten Wagner- oder Griswold-Pfanne annähert, die Generationen in Familienküchen überlebt haben.

Für den STUR Gusseisenpfanne Test bedeutet das praktisch: Schon bei der ersten Benutzung zeigte die Pfanne deutlich weniger Anhaftungsneigung als vergleichbare Modelle mit rauer Oberfläche. Ein Spiegelei ließ sich nach kurzem Anbraten problemlos verschieben — ohne, dass die Pfanne bereits mehrfach eingebrannt worden war. Das ist für Gusseisen bemerkenswert.

Kurz sollte man noch die Kontroverse mit dem Stiftung-Warentest-Ergebnis erwähnen, das in Gusseisen-Kreisen für Aufsehen sorgte: STUR wurde wegen erhöhter Schwermetallwerte in der Beschichtung kritisiert. Das Unternehmen reagierte mit einer überarbeiteten Formulierung und bietet seither Modelle an, die ohne diese Problematik auskommen. Wer eine aktuelle STUR kauft, sollte auf die neue Produktgeneration achten — die Ökotest-Bewertung hat sich dadurch verbessert.

Was eine gute Gusseisenpfanne auszeichnet und warum die Oberfläche dabei eine entscheidende Rolle spielt, erklärt unser ausführlicher Grundlagentext zu Gusseisenpfannen.

Material und Fertigung: Warum die STUR Pfanne präzise abgedreht wird

Gusseisen ist nicht Gusseisen. Der Begriff beschreibt eine Eisenlegierung mit einem Kohlenstoffgehalt von mehr als 2 %, was das Material im Vergleich zu Schmiedeeisen spröder, aber deutlich besser wärmespeichernd macht. Eine Eisenguss-Pfanne nimmt langsamer Hitze an als Stahl — gibt sie aber gleichmäßiger und länger ab. Das ist der Grund, warum Profis für das Anbraten von Steak nach wie vor auf Gusseisen setzen: Die Pfanne verliert ihre Temperatur nicht, wenn das kalte Fleisch aufgelegt wird.

Der entscheidende Fertigungsschritt bei STUR ist das Abdrehen der Kochfläche auf der Drehbank. Bei diesem Prozess wird die Oberfläche nach dem Guss und nach dem Abkühlen mechanisch bearbeitet. Dabei werden die obersten 0,2 bis 0,5 Millimeter des Gefüges abgetragen — jene Schicht, die beim Gussvorgang entsteht und eine unregelmäßige, raue Textur hinterlässt.

Das Ergebnis ist keine polierte Spiegelfläche, aber eine erheblich glattere Kochfläche als bei konventionellen Modellen. Technisch gesprochen: Weniger Mikrospitzen bedeuten weniger mechanische Anhaftpunkte für Eiweiße und Stärken. Öl verteilt sich gleichmäßiger in der Fläche, und die frühe Patina-Bildung wird beschleunigt, weil das Polymerisationsöl eine homogenere Grundlage vorfindet.

Ein weiterer Aspekt: Das Gewicht. Die STUR 26 cm liegt bei etwa 2,5 Kilogramm — das ist im Vergleich zu Lodge (rund 2,9 kg für dieselbe Größe) leichter, aber nach wie vor kein Federgewicht. Wer Probleme mit dem Handgelenk hat, sollte das realistisch einschätzen. Dafür sitzt der Griff gut in der Hand und der Ausgießrand ist auf beiden Seiten vorhanden, was das Ablösen von Bratensaft erleichtert.

Der Praxistest am Herd: Röstgemüse und Steak in der Gusseisenpfanne

Für den eigentlichen Praxistest kamen drei Gerichte auf den Tisch: ein Rumpsteak (dry-aged, 3 cm), Röstgemüse aus Wurzeln und Kürbis sowie ein klassisches Bratkartoffelgericht. Die Pfanne wurde vorab auf dem Induktionsherd (Stufe 7 von 9) auf etwa 200 Grad vorgeheizt — das dauert bei Gusseisen gut sechs bis acht Minuten, länger als bei einer Stahlpfanne.

Steak: Das Steak kam mit Zimmertemperatur in die Pfanne, kein Öl, nur Salz. Die Reaktion war sofort: Ein kräftiges Zischen, dichter Rauch, eine schnelle Kruste. Nach 90 Sekunden ließ sich das Steak ohne Widerstand lösen — die berühmte Loslöseeigenschaft tritt ein, sobald die Maillard-Reaktion die Oberfläche des Fleisches versiegelt hat. Nach insgesamt vier Minuten Braten plus fünf Minuten Ruhen: Kruste wie aus dem Steakhaus, Kern bei 57 Grad. An diesem Test gibt es nichts auszusetzen.

Röstgemüse: Hier zeigt die abgedrehte Oberfläche ihren Vorteil gegenüber rauen Pfannen besonders deutlich. Kürbis und Möhren mit etwas Rapsöl und Thymian — nach wenigen Minuten eine schöne Röstung, kein Anbacken, kein Zerreißen der Gemüsestücke beim Wenden. Eine raue Pfanne hält Gemüse länger fest, was Röstaromen begünstigen kann, aber auch Stücke beschädigt.

Bratkartoffeln: Das ist die härteste Prüfung für jede Pfanne ohne Antihaftbeschichtung. Für diesen Test wurde die Pfanne zweimal eingebrannt und hatte etwa fünf Stunden Nutzung hinter sich. Ergebnis: Die Kartoffeln hafteten anfangs an, lösten sich aber nach zwei Minuten von selbst. Wer ungeduldig ist und zu früh wendet, reißt die Kruste ab — das gilt für jede Gusseisenpfanne.

Röstaromen in der Eisenpfanne entstehen nach denselben chemischen Prinzipien wie bei Fleischsoßen — die Maillard-Reaktion braucht Hitze, Trockenheit und Geduld.

Patina und Einbrennen: Langzeiterfahrungen mit der STUR Pfanne

Patina ist bei einer Gusseisenpfanne kein romantisches Beiwerk, sondern funktionale Chemie. Beim Einbrennen polymerisiert das aufgetragene Öl bei Temperaturen über 200 Grad Celsius und bildet eine dünne, feste Polymerschicht auf der Eisenoberfläche. Diese Schicht füllt die verbleibenden Mikroporen der abgedrehten Oberfläche, wird mit jeder Nutzung dicker und liefert schließlich Antihafteigenschaften, die jede Teflonpfanne nach Jahren übertreffen — weil sie sich nicht abblättert und nicht erneuert werden muss.

Mit der STUR Pfanne verläuft dieser Prozess schneller als mit rauen Alternativpfannen. Die gleichmäßige Grundfläche erlaubt eine gleichmäßigere Ölschicht beim Einbrennen. Nach dem ersten Einbrennen (drei Mal mit Leinöl bei 220 Grad je 45 Minuten im Ofen) zeigte die Pfanne bereits eine deutlich dunklere, leicht glänzende Oberfläche.

Nach vier Wochen regelmäßiger Nutzung — täglich oder jeden zweiten Tag — war die Patina so stabil, dass auch ein Rührei mit wenig Butter ohne Kleben funktionierte. Das ist eine der realistischsten Erwartungsgrößen, die man für STUR Pfanne Erfahrungen nennen kann: nicht nach einem Abend, aber nach einem Monat normaler Nutzung.

Ein paar Hinweise aus der Praxis für die Pflege:

  • Reinigung: Nur heißes Wasser und eine weiche Bürste oder das STUR-eigene Kettennetz. Kein Spülmittel, das die Patina angreift.
  • Säure: Tomatensauce oder Weinsauce nach kurzem Ablöschen ist kein Problem. Langes Köcheln von Tomaten (über 20 Minuten) in einer frisch eingebrannten Pfanne hellt die Patina auf und sollte vermieden werden.
  • Trocknen: Sofort nach dem Waschen auf dem Herd kurz erhitzen und einen Hauch Öl einreiben. Das klingt aufwändig, dauert in der Praxis 90 Sekunden.
  • Lagerung: Trocken, mit einem gefalteten Papiertuch zwischen gestapelten Pfannen, damit keine Feuchtigkeit eindringt.

Eine gut gepflegte Gusseisenpfanne ist nach zehn Jahren besser als nach einem — das Gegenteil jeder Teflonpfanne.

Die Langzeiterfahrung mit der STUR bestätigt das Grundprinzip aller Gusseisenpfannen: Je öfter sie benutzt wird, desto besser wird sie. Wer sie nach dem Kauf einige Wochen ungenutzt in den Schrank stellt, wird enttäuscht sein. Wer sie täglich einsetzt, wird nach einem Monat einen spürbaren Qualitätssprung bemerken.

Fazit: Lohnt es sich, die STUR Gusseisenpfanne zu kaufen?

Die STUR Gusseisenpfanne kostet in der 26-cm-Version je nach Händler zwischen 80 und 100 Euro — das ist deutlich mehr als eine Lodge (rund 45 Euro) und weniger als eine Le Creuset (ab 150 Euro). Die Frage, ob sich der Kauf lohnt, hängt davon ab, was man erwartet und wie man kocht.

Für jemanden, der ernsthaft kocht und eine Pfanne sucht, die in zehn Jahren noch besser ist als heute, ist die STUR eine klare Empfehlung. Der Vorteil der abgedrehten Oberfläche ist real, messbar und im Alltag spürbar — besonders für Einsteiger in die Gusseisenwelt, die nicht monatelang eine raue Pfanne einbrennen wollen, bis sie zuverlässig funktioniert. Die Lernkurve ist bei STUR deutlich kürzer.

Wer hingegen eine unkomplizierte Alltagspfanne sucht, die man in die Spülmaschine stecken und nach dem Kochen vergessen kann, ist bei Gusseisen generell falsch — und bei STUR im Besonderen. Die Pfanne verlangt ein Mindestmaß an Pflege und das Verständnis, dass Gusseisen kein Teflon-Ersatz ist, sondern ein Konzept für sich.

Abschließend noch zur Induktionseignung: Ja, die STUR funktioniert auf allen Herdarten — Induktion, Gas, Elektroherd, Ceranfeld. Auf Induktion erreicht sie ihre Betriebstemperatur zuverlässig, auch wenn Gusseisen grundsätzlich mehr Zeit zum Aufheizen braucht als dünnwandige Stahlpfannen.

Preis (26 cm): ca. 80–100 € | Gewicht: ca. 2,5 kg | Induktion: ja | Einbrennen ab Werk: leichte Voreinbrennung | Patina-Ready nach: ca. 4 Wochen regelmäßiger Nutzung

Die Vorteile von Gusseisenpfannen gegenüber modernen Antihaftpfannen sind gut dokumentiert — wer sie versteht, trifft beim Kauf der STUR eine informierte Entscheidung.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Ist die STUR Gusseisenpfanne für Induktion geeignet?
Ja, die STUR Gusseisenpfanne ist vollständig induktionsgeeignet und funktioniert auf allen gängigen Herdarten — Induktion, Gas, Ceranfeld und Elektroherd. Auf Induktion dauert das Aufheizen aufgrund des Gusseisens 6–8 Minuten länger als bei dünnen Stahlpfannen, die Wärmespeicherung ist dafür deutlich besser.
Warum ist die Oberfläche der STUR Pfanne so glatt?
STUR dreht die Kochfläche nach dem Guss auf einer Drehbank präzise ab. Dabei werden die obersten Schichten der rauen Gussoberfläche mechanisch abgetragen, sodass eine deutlich glattere Fläche entsteht. Das reduziert mechanische Anhaftpunkte und beschleunigt die gleichmäßige Patinabildung.
Wie pflege ich die Patina der STUR Pfanne richtig?
Nach dem Kochen die Pfanne mit heißem Wasser und einer weichen Bürste reinigen — kein Spülmittel. Sofort auf dem Herd trocknen, kurz erhitzen und einen Hauch neutrales Öl einreiben. Langzeitiges Köcheln säurehaltiger Speisen wie Tomatensauce sollte in den ersten Wochen vermieden werden, da es die Patina aufhellen kann.
Ist die STUR Pfanne bereits ab Werk eingebrannt?
Die aktuelle STUR kommt mit einer leichten Voreinbrennung ab Werk, ist aber noch nicht voll eingebrannt. Für optimale Antihafteigenschaften empfiehlt sich ein eigenes Einbrennen: zwei bis dreimal mit Leinöl bei 220 Grad im Backofen für je 45 Minuten. Danach baut sich die Patina durch regelmäßige Nutzung weiter auf.
Was ist der Unterschied zwischen STUR und herkömmlichen Gusseisenpfannen?
Der wesentliche Unterschied liegt in der abgedrehten Kochfläche. Konventionelle Gusseisenpfannen wie Lodge haben eine sandgestrahlte, raue Oberfläche, die erst nach langem Einbrennen glatter wird. STUR liefert diese glatte Basis bereits ab Werk, was die Lernkurve deutlich verkürzt und frühere Antihafteigenschaften ermöglicht.